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Standpunkt – «Heute flüchte ich nicht mehr vor der Fasnacht»

 

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Walter Forrer, Wirt des Restaurants Schmiedstube, in Bern.

Walter Forrer, Wirt des Restaurants Schmiedstube, in Bern.

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Der grosse Fasnächtler war ich als Zürcher Oberländer nie. Aber irgendwie lässt mich die närrische Zeit nicht in Ruhe. Bevor ich in die Berner «Schmiedstube» kam, hatte ich fast fünf Jahre in der Fasnachtsbeiz Nummer eins von Olten gewirtet. Das war extrem – nonstop Fasnacht vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch. Irgendwann sagte ich zu meiner Frau: «Komm, wir wechseln in eine Beiz ohne Fasnacht.» So landeten wir in Bern. Hier wurde dann 1982 unten in der Altstadt, im «Adler», ein Fasnachtsverein gegründet. Am Anfang haben wir davon in der «Schmiedstube» gar nichts gespürt. Zehn Jahre organisierten sie vis-à-vis im Kornhauskeller Maskenbälle – und wir wurden zum Warteraum der Guggen. Dann wurde es immer heftiger. Heute kann man in Bern von einer richtigen Fasnacht reden.

Für uns ist die fünfte Jahreszeit natürlich ein super Geschäft. In drei Nächten machen wir einen Viertel des Monatsumsatzes. Das schenkt ein. Der Bierkonsum während der Fasnachtstage ist hoch – klar, Bier ist das Fasnachtsgetränk. Der eine oder andere Gast verzieht schon das Gesicht und hält sich die Ohren zu, wenn im Restaurant Guggen spielen. Die richtig eingesessenen Berner finden die Fasnacht nämlich nach wie vor blöd. Ich aber muss sagen: Mir macht die Fasnacht heute Spass, und meine Mitarbeiter freuen sich auch. Ja, die Fasnacht verfolgt mich, das ist so. Aber jetzt flüchte ich nicht mehr vor ihr.