Marketing – was ist das eigentlich? Welche Form von Marketing eignet sich für Gastronomen? Wie viel Geld sollte ein Wirt fürs Marketing ausgeben? Diese und noch viel mehr Fragen beantwortet der bekannte Unternehmensberater und Coach Hans Peter Spreng im zweiten Teil seiner exklusiven DURST-Serie.
Eine freundliche Bedienung ist das beste Marketing. Aber auch mit Apps (oben) kann man Marketing betreiben.
Aufgrund einer Analyse (was will ich bieten, wer sind meine Gäste?) entwerfe ich meinen Marketing-Mix, der mir die Ansprechkanäle zu meinen Gästen zugänglich macht. Und ich setze meine Mitarbeitenden über all diese Erkenntnisse ins Bild. Sie haben nämlich eine zentrale Aufgabe, sie müssen meine besten Werber – die Kunden – verwöhnen und zufriedenstellen. Und das können sie nur, wenn sie wissen, wohin es gehen soll und wie sie ihre Rolle dabei auszufüllen haben.
Herausgeworfenes Geld
Werbung im herkömmlichen Sinn ist oftmals herausgeworfenes Geld. Inserate werden kaum noch beachtet, die Nachhaltigkeit ist hier nicht mehr gewährleistet. Also müssen neue Kanäle gefunden werden. Dafür eignen sich einerseits neue Social Medias wie Facebook und Twitter. Auch Apps, die mir sagen, was mich in einem Lokal erwartet und mich direkt zum Restaurant führen, sind bei vielen potenziellen Gästen absolut im Trend.
Die Menschen entscheiden nämlich immer öfter spontan, wo sie hinwollen. Da sind solche Kanäle ein klarer Vorteil. Zum anderen ist auch das Sponsoring im Lokalradio («Die heutigen Verkehrsnews sind gesponsert vom Restaurant XY») sehr effektiv.
Die Beziehungen zu Menschen pflegen, ist immer noch das beste und effektivste Werbemittel. «Zum Gast hingehen» ist das A und O. Wenn man dem Gast dann auch ab und zu ein Goodie gibt, erhöht man die Erfolgsaussichten zusätzlich.
Ein Prozent des Umsatzes
Ein Prozent des Umsatzes fürs Marketing aufzuwenden, ist ein rudimentärer Durchschnittswert. Eine Faustregel, wie viel ein Gastronom ins Marketing investieren sollte, gibt es aber nicht. Zuerst muss nämlich geklärt werden, welche Aktionen geplant sind. Wenn man eine langfristige Aktivität ins Auge fasst, kann dies auch mal höhere Kosten verursachen.
Um jeden Preis Events durchzuführen, macht keinen Sinn. Ein Event muss dem Gast einen klaren Mehrwert bieten. Und nicht jeder Gast ist ein Eventgänger, viele empfinden Events als störend. Es zeigt sich auch hier: Ich muss meine Gäste und deren Wünsche kennen, dann kann ich entscheiden, ob so ein Event zielführend sein kann für mehr Umsatz und mehr Bekanntheit.
Zeigen, was ich zu bieten habe
Und eines sollte man immer vor Augen haben: Gerade in der Gastronomie hat Marketing ganz viel mit Gastfreundschaft zu tun. Ein Marketing, das mich emotional nicht anspricht, lässt mich auch nicht auf Gastfreundschaft hoffen.
Was ich zu bieten habe, muss ich zeigen! Anderseits muss ich geweckte Erwartungen dann in der Realität auch erfüllen und noch ein bisschen mehr bieten. Denn Gäste wollen als Menschen angesprochen werden, nicht als Umsatzbringer.
ist Inhaber der Firma Concluso. Das «Institut für systemische Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung» begleitet Menschen und Unternehmen in Veränderungsprozessen. Spreng ist dabei Brückenbauer zwischen Menschen und Unternehmen sowie ausgewiesener Fachmann für Kultur- und Leitbildentwicklung. Verschiedenste Betriebe und Unternehmen aus der Gastronomie und der Hotellerie sind Kunden von Concluso. Hans Peter Spreng lebt in der Nähe von Bern, ist verheiratet und hat eine Tochter.
www.concluso.ch