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Spass muss sein

Text: C.Sp., Yesway AG / Bild: D.Am.

Was der Gastrounternehmer Tom Leibundgut anfasst, wird zu Gold. Seine fünf Betriebe in Chur sind allesamt Publikumsmagnete. Das Rezept: nichts forcieren, Spass haben, am Ball bleiben – der Rest gibt sich von alleine.

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Erfolgreiches Gastronomen-Paar: Tom Leibundgut und seine Partnerin Franca Stähli.

Erfolgreiches Gastronomen-Paar: Tom Leibundgut und seine Partnerin Franca Stähli.

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Die Churer sind ein geselliges Völkchen, das weiss, wie man feiert. Und vor allem, wo: an einem Ort, an dem man Freunde trifft und sich wie zu Hause fühlt. Einer dieser Orte ist «Tom’s Beerbox», eine «moderne Beiz», die ein breites Publikum anzieht – vom Studenten über den Handwerker bis zum Geschäftsmann. Eher unscheinbar von aussen gleicht das Lokal im Innern einem kuriosen Brauereimuseum: Nicht weniger als 140 Biere werden ausgeschenkt. Genauso abwechslungsreich wie das Getränkeangebot ist das Unterhaltungsprogramm, das mitunter auch mal einen Blockflöten-Contest oder eine Luftgitarren-Meisterschaft vorsieht.
Ob Banker, Lehrer oder Maurer: Im «Tom’s» kennt man sich beim Vornamen. Zwei Abende pro Woche steht der Inhaber Tom Leibundgut selbst an der Bar, zapft Bier und scherzt mit seinen Gästen. Dabei ist der 46-Jährige ein viel beschäftiger Gastrounternehmer. Zusammen mit seiner Partnerin Franca Stähli besitzt er die Extrabar GmbH, welche neben der «Beerbox» das Nachtcafé «Schall und Rauch», das Backpacker-Hotel «JBN», den Musikclub «Selig» sowie das Restaurant Frohsinn erfolgreich betreibt.

Der Gast als Ideenlieferant
Wie macht er das? Diese Frage zu beantworten fällt ihm nicht leicht. «Ich habe die Eröffnung meiner Lokale nie forciert, sondern dann reagiert, wenn die Gelegenheit günstig war», sagt der gebürtige Zürcher und Wahl-Bündner. «Verbissenheit bringt nichts.» Als hilfreich hingegen habe sich ein grosses Netzwerk sowie ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der Leute erwiesen. Von beidem hat der kommunikative Geschäftsmann genügend vorzuweisen. Zusätzlich hält er sich mit Hilfe von Fachzeitschriften zur Gastronomie auf dem neuesten Stand oder betreibt auch mal Recherche; bei der Übernahme des Restaurants Frohsinn direkt am Bahnhof Chur vor drei Jahren hat er untersucht, welche Gastronomiekonzepte sich in den letzten hundert Jahren neben Bahnhöfen bewährt haben. «Wir entschieden zu belassen, was gut ist, und zu verbessern, wo es noch Potenzial gibt», sagt Tom Leibundgut. «Zum Beispiel bieten wir nach wie vor durchgehend warme Küche sowie Speisen und Getränke an, die wir zum Teil noch aus unserer Kindheit kennen», sagt Tom Leibundgut. «Das etwas aus der Mode gekommene Interieur haben wir durch verschiedene moderne Elemente aufgepeppt.» Mit seiner lockeren Art scheut er sich auch nicht, direkt bei der Zielgruppe nachzufragen: «Die genialsten Ideen stammen zuweilen von meinen Gästen.»
Die Projekte von Tom Leibundgut sind stark auf ihren Standort und dessen Bewohner, die Churer, ausgerichtet. «Was hier funktioniert, kann ihn Zürich oder St. Gallen floppen. Und umgekehrt», sagt Tom Leibundgut. Was aber überall grundlegend ist für einen gastronomischen Erfolg, ist die Freude an der Arbeit. «Meine Partnerin und ich haben uns geschworen, nur noch das zu machen, was uns Spass bereitet», so Tom Leibundgut. Für ihn kein Luxusdenken, sondern absolute Notwendigkeit. «Hat der Wirt Spass, haben auch die Gäste Spass – manches lässt sich eben leicht erklären.»

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