Ein Thema, zwei Meinungen:
Wie begegnen Sie veränderten Essgewohnheiten?
Alejandro Vazquez - Heidi Bühler
Das Essverhalten über Mittag hat sich in den letzten Jahren verändert. Der Gast möchte etwas konsumieren, das nicht belastet. Darauf haben wir unser Angebot ausgerichtet. Unsere Menüs, alle mit mindestens einer vitaminund nährstoffreichen Komponente, bieten wir auch als kleine Portionen an. Daneben gibt es diverse Salate, Suppen und Sandwichs, die man gemütlich am Tisch oder an der Bar, aber auch unterwegs geniessen kann. Aufgrund der Nähe zum Zürcher Paradeplatz verkehren bei uns hauptsächlich Geschäftsleute. Etwas Interessantes ist mir aufgefallen: Herrscht Krise, sind die Leute zurückhaltend und gönnen sich kürzere Mittagspausen. Geht es wieder aufwärts, bleiben sie länger sitzen und kommen früher zum Apéro. Momentan deutet alles auf Aufschwung hin.
• Alejandro Vazquez ist zusammen mit Victor Gegunde Inhaber der Almodobar in Zürich und Zug. Ihr Konzept: «ambiente español, ambiente familiar» – ohne Fähnchen und Paella, sondern modern interpretiert.
Über Mittag möchten alle Gäste gleichzeitig essen. Daran änderte auch die Einführung der gleitenden Arbeitszeit nichts: Noch immer ist unser Lokal von zwölf bis eins voll mit hungrigen Bankangestellten und Handwerkern aus der Umgebung. Um uns die Planung zu erleichtern und den Gästen einen Weg umsonst zu ersparen, nehmen wir für unsere 35 Plätze gerne Reservationen entgegen. Die meisten bestellen unsere klassischen Menüs mit Suppe und Salat. Auf Anfrage servieren wir auch halbe Portionen. Bei uns soll man gut und günstig essen können. Da wir Lunch-Checks akzeptieren, kostet eine vollwertige Mahlzeit oft nicht viel mehr als ein kleiner Snack vom Imbiss-Stand. Und von unserer Menü sparkarte profitieren insbesondere die Stammgäste: Jede 15. Mahlzeit ist gratis.
• Heidi Bühler führt seit 21 Jahren das Restaurant Kornhaus im Zürcher Kreis fünf. Die Spezialitäten des Hauses sind feinstes Rindstatar sowie ein 300 Gramm schweres Schweinekotelett – «saugross und sauguet».