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Ein schwerer Wein für versöhnliche Stunden

Bild: Philipp Rohner

Chandra Kurt kennt Wein wie keine zweite. Sie testet ihn seit über 20 Jahren und schreibt darüber Artikel und Bücher. Inspirieren lässt sie sich häufig in Restaurants. Damit dieser Ort auch auf andere Gäste inspirierend wirkt, wünscht sie sich praktischere Weinkarten.

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Chandra Kurt ist die renommierteste Schweizer Wein-Autorin, die auch Feldschlösschen bei der Weinauswahl für die Gastronomie berät.

Chandra Kurt ist die renommierteste Schweizer Wein-Autorin, die auch Feldschlösschen bei der Weinauswahl für die Gastronomie berät.

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Auswärts zu essen und zu trinken ist etwas vom Schönsten. Am liebsten lasse ich mir einen Tisch am Rande eines Lokals geben und sitze alleine dort, lasse mir Wein bringen und mache Notizen in mein Büchlein. In Restaurants kommen mir die besten Gedanken: solche Orte sind sehr inspirierend. Zurzeit arbeite ich an einem Theaterstück über zwei Pärchen, die sich ein Nachtessen lang über Wein unterhalten.
Wein ist meine Leidenschaft. Mit Wein bestreite ich meinen Lebensunterhalt: Seit über 20 Jahren schreibe ich journalistische Artikel darüber und gebe Empfehlungen ab. Ich veröffentliche jährlich meinen Ratgeber «Weinseller» und berate Feldschlösschen bei der Weinauswahl für die Gastronomiebelieferung «Wein. Ganz einfach.». Mein Credo bei allen Empfehlungen: Wein muss nicht teuer sein, er muss nur schmecken. Es ist ganz einfach: Ein Wein ist gut, wenn die Flasche leer getrunken wird.
Wenn Wirte ihre Gäste beraten, sprechen sie häufig von sich selber. Eigene Vorlieben sind gut, aber schliesslich muss der Gast den Wein mögen. Das Servicepersonal hat die schwierige Aufgabe, die Gäste zu «lesen»: Ist es ein Familienfest, ein Freundestreffen oder ein Tête-à-Tête? Wenn ein Pärchen streitet, empfiehlt sich zum Beispiel ein schwerer Amarone: Die beiden beruhigen sich, werden versöhnlich und erinnern sich an die gemeinsamen Ferien in Italien.
Regionen, aus denen die Trauben kommen, bestimmen die Gliederung der Weinkarten in unseren Restaurants. Viel nützlicher wäre allerdings eine Unterteilung nach leichten und schweren Weinen, solche, die zu Vorspeisen oder zu einem Hauptgang passen. In den USA sind solche praktische Karten weitverbreitet und erleichtern den Gastronomen die Arbeit enorm.
Der Hauswein muss in jedem Restaurant ein sicherer Wert sein. Wenn der stimmt, hat der Wirt die Gäste für sich gewonnen. Was immer auch überzeugend wirkt, ist das Versuchsangebot: «Wollen Sie einmal probieren?» Das kostet den Gastronomen zwar die eine oder andere Flasche Wein, aber die Gäste werden von diesem Service bestimmt angetan sein. Sie sind happy und konsumieren dadurch garantiert mehr. Die Rechnung geht für den Gastronomen wieder auf.

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